Pop — 29 Mai 2012

Der Name Adam Lambert dürfte jedem emsigen Zuschauer der Fernsehserie American Idol, explizit der 8. Staffel, bekannt sein. Zwar erreichte der aus Indianapolis stammende 30-jährige Sänger nur den zweiten Platz bei der DSDS-ähnlichen Castingshow, dennoch konnte er durch seine unvergleichliche Stimme und Performance überzeugen. Er legt nun mit seinem zweiten Album “Trespassing” nach, nachdem im Jahre 2009 das Werk “For Your Entertainment” erschien und in den USA direkt auf Platz 3 sowie in Deutschland auf Platz 16 landete.

Musikalisch befand sich das erste Album noch im Genre von Rock, Pop, Dance und Electronic. Davon hat sich Adam Lambert nun gehörig entfernt und versucht, wie momentan scheinbar viele, auf den Sommer-Dance Zug aufzuspringen, der sich durch poppige und dancige Standard Produktionen auszeichnet. Als Vorgeschmack wurde der Titel “Better Than I Know Myself” ausgekoppelt, welcher auch als Titelsong für den Film “Türkisch für Anfänger” diente.

Bis auf das Feature mit Nile Rodgers und Sam Sparro, versucht sich der Künstler auf der 15-Track starken LP als Solist zu beweisen. Der, böse gesagt, Einheitsbrei an Instrumentals liegt vielleicht darin begründet, dass sich hierfür, wie für die Texte, ebenfalls Adam Lambert verantwortlich zeigt. Leider können letztere auch nicht das Ruder wieder rumreißen und so muss man sagen, für Leute die gerne den Sinn der Lieder ergründen, ist das Niveau sehr niedrig angesetzt.

Zwar kann die Singleauskopplung “Better Than I know myself” durchaus noch überzeugen, doch spätestens bei Titeln wie “Naked Love” oder “Pop That Lock” muss man sich eingestehen, dass man bei einem Pitbull oder Lady Gaga Abklatsch angekommen ist. Man kann hoffen, das Adam Lambert explizit, und Popmusiker im Allgemeinen, zukünftig wieder etwas mehr Zeit in ihre Songs investieren, die auch für die Langlebigkeit eines solchen Albums notwendig ist.

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Adam Lambert - Trespassing, 3.1 out of 5 based on 9 ratings

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Bei MusikBlog seit Januar 2012

(7) Kommentare

  1. Ich finde es wirklich schade, dass dieses großartige Album im deutschsprachigen Raum so schlechte Kritiken bekommt. Die Aussage “für Leute die gerne den Sinn der Lieder ergründen, ist das Niveau sehr niedrig angesetzt” ist vielleicht darin begründet, dass der Verfasser der Bewertung kein Englisch kann? Sonst kann ich das wirlich nicht verstehen. Gerade z. B. das Lied Outlaws of Love hat mehr Sinn und Hintergrund, als der deutsche Einheitsbrei, den ich auf den öffentlichen Radiostationen tagtäglich mehrmals ertragen muss. Die erste Hälfte des Albums ist Musik zum Tanzen, Bewegen, Sich-Selber-Sein und der zweite Teil Lieder zum Nachdenken. Er springt auch auf keinen Sommer-Dance-Zug auf, sondern kann als Produzent dieses zweiten Albums Musik herausbringen, hinter der er wirklich steht und nicht so wie beim ersten Album in zwei Monaten ein Sammelsurium seines großartigen Talents herausbringen. Und Zeit für das Album hat sich Adam Lambert sicher genommen, auch da wäre die richtige Recherche angebracht – er hat 1 1/2 Jahre an dem Album gearbeitet. Ich bin froh, dass ich mir über Musik, die mir gefällt, meine eigene Meinung bilde und die CD gleich nach Erscheinen gekauft habe. Ich kann sie nur jedem weiteremfehlen und tue das auch!

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  2. Sehr schwache Rezension. Recherche ist das Zauberwort unter uns Rezensenten. Allen anderen Lesern hier kann ich nur ans Herz legen, nur englische Rezensionen zu lesen, denn hier findet nur Meinungsmanipulation statt. Hört sich tragisch an, ist aber leider die Wahrheit. Allmusic und Rolling Stone gaben Trespassing vier von fünf Sternen, eMusic fünf von fünf und eine ganze Reihe anderer professioneller Kritiker gaben dieser Scheibe ebenfalls gute Bewertungen.

    Ach ja, DSDS und American Idol trennen im Übrigen Welten. Recherche war das Stichwort. Tut mir leid, das war ein Satz mit X.

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    • Ich kann Ihnen nur Recht geben. Auch ich habe sämtliche englische Rezensionen gelesen, die durchweg positiv waren.

      Im Vergleich dazu habe ich mir auch ein paar deutsche zu Gemüte geführt, nachdem ich diese hier gelesen habe – leider (fast) alles schlecht bis überhaupt nicht recherchiert.

      Auch in Sachen DSDS und American Idol meine volle Zustimmung.

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    • Was hat diese Rezension mit Meinungsmanipulation zu tun? Es kann sich doch jeder seine eigene Meinung bilden. Und nur weil englische Magazine einem bestimmten Künstler gute Bewertungen geben sagt das doch noch lange nichts über die Qualität des Magazins bzw. der Artikel aus. Der Rolling Stone z.B. mag eine Menge Musik, die dir ganz sicher auch nicht immer gefällt.

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      • Richtig, niemand kann jede Musik bestmöglich bewerten, aber man hat als Rezensent in der Regel Genres, die einem liegen. Das wäre in meinem Fall eine sehr breite Masse von elektronischer Popmusik bishin zum klassischen Rock. Von Hip Hop oder Techno würde ich somit meine Finger lassen.

        “Zwar kann die Singleauskopplung “Better Than I know myself” durchaus noch überzeugen, doch spätestens bei Titeln wie “Naked Love” oder “Pop That Lock” muss man sich eingestehen, dass man bei einem Pitbull oder Lady Gaga Abklatsch angekommen ist. ”

        Ich weiß nicht, was Pitbull für Musik macht, kann aber sagen, dass sich nichts auf dieser Scheibe nach Lady Gaga anhört. Sicher sagen kann ich aber, dass die Einflüsse sehr bereit gefächert sind. So höre ich im Song Chokehold einen Nine-Inch-Nails-Sound heraus, während der Titeltrack mit einer Bassline ausgestattet ist, die von Queens “Another One Bites the Dust” inspiriert wurde. Der eben zitierte Teil erinnert mich doch sehr an die Laut.de-Rezension.

        Recherche ist Pflicht. Wenn ich ein Werk rezensiere, dann höre ich mir die Vorgängerwerke und Interviews zum neuen Album an. Das ist natürlich mit Arbeit verbunden, aber die zahlt sich dann in der Regel aus. Wenn das erfüllt ist, kann man eine gute oder schlechte Rezension schreiben. Das bleibt dem Rezensenten dann überlassen, da er dann ja hoffentlich gute Argumente für seine Meinung haben dürfte.

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        • Ok, was die Recherche angeht und den Kategorie-Kontext, da hast du sicher recht. Du bist natürlich auch gern eingeladen, selbst eine Rezension bei uns zu schreiben und es besser zu machen ;-)

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  3. “Der, böse gesagt, Einheitsbrei an Instrumentals liegt vielleicht darin begründet, dass sich hierfür, wie für die Texte, ebenfalls Adam Lambert verantwortlich zeigt. Leider können letztere auch nicht das Ruder wieder rumreißen und so muss man sagen, für Leute die gerne den Sinn der Lieder ergründen, ist das Niveau sehr niedrig angesetzt.” Hier muss ich Ihnen leider vollkommen widersprechen. Die Instrumentals sind keinesfalls Einheitsbrei wenn man sich die Mühe macht, genau hinzuhören. Jeder Song hat sein Markenzeichen, auch seitens der Instrumente. Was mich jedoch noch mehr schockiert ist die Aussage, dass das Niveau was die Tiefe der Songs angeht als sehr niedrig bezeichnet wird. Alleine die Songs “Outlaws Of Love”, “Underneath” und “Broken English” regen zum Nachdenken an.

    Und auch “Naked Love”, das hier als Lady Gaga bzw. Pitbull Abklatsch bezeichnet wird, hat einen tieferen Sinn als man im ersten Moment meinen mag. Es geht um die pure Liebe, ohne dieses ganze Drumherum. Sich einander so zu akzeptieren, wie man ist, sich nicht verstellen müssen.

    Dass die erste Hälfte des Albums aus poppigen Songs besteht (die aber alle einen Sinn haben) liegt am Konzept des Longplayers. Adam Lambert wollte den Leuten seine “light” und “dark” Seite zeigen und das finde ich durchaus gelungen.

    Genausowenig springt er einfach auf den “Sommer-Dance Zug” auf. Die Musik, die er auf diesem Album vorstellt ist die, die er selbst liebt, die seine Fans während seiner ersten “Glam Nation”-Tour geliebt haben. Sicherlich liegt er damit im Trend, aber mit Sicherheit nicht, weil er auf einen Zug aufspringen will.

    Leider habe ich meine Zweifel, dass Sie diesem Album wirklich die Aufmerksamkeit geschenkt haben, die es wirklich verdient. Schade.

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