„Respekt, Ehre, Loyalität“ sagt Alpa Gun, sieht er als „Grundsatz für einen Mensch und auch Künstler an“. Das findet er musikalisch zur Zeit nur in seinen Vorbildern Kool Savas sowie Fler. Deshalb heißt sein neues Werk treffenderweise auch „Ehrensache“, denn für ihn steht die Musik im Vordergrund und nicht das Geld.
Nach seinen zwei Soloalben „Geladen und entsichert“ und „Almanci“, mehreren Singles, Features, Schauspielrollen im Kinofilm „Blutzbrüdaz“ sowie in der Fernsehserie „Verbrechen“ des ZDF’s, wartet der 32-jährige Deutsche mit türkischer Abstammung nun mit 21 neuen Songs auf. Dabei arbeitete er auf sieben Titeln mit Künstlern wie Fler, Kool Savas, Gabby, Kitty Kat, Moe Mitchell, Toolate als auch Sinan zusammen (Premium-Edition). Als Produzenten haben sich unter anderem die Beathovenz sowie DJ Smoove verpflichtet.
Thematisch ist die LP breit gefächert, von gefühlvollen Tracks wie „Leb wohl“, bis zu Titel bei denen er die Vergangenheit verarbeitet „Alles war die Sekte“. Aber auch kritischen Integrationsdebatten „Sind wir nicht alle ein bisschen“ finden einen Platz auf der Scheibe. Wobei gerade letzter Song eine sehr interessante Beleuchtung der von Thilo Sarrazin mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ losgetretenen Diskussion über Toleranz und Xenophobie darstellt. Denn statt wieder alte Stereotypen zu bedienen, gestehen sich Alpa Gun als der Ausländer sowie Kollaborations-Partner Fler als Inländer ein, dass Gegensätzlichkeit der Kulturen offensichtlich zu Problemen und Unverständnis führt. Dies aber nicht dazu führen darf, dass Hass und Gewalt entsteht, sondern ein respektvolles Zusammenleben angestrebt werden sollte.
Insgesamt schafft es Alper Sendilmen – wie Alpa Gun mit bürgerlichen Namen heißt- durch hochkarätige Features, abwechslungsreiche Themen wie auch stimmigen Beats ein stimmiges Album abzuliefern. Meiner Meinung nach ein erfolgreiches Jahr für ihn und eine spürbare Weiterentwicklung. Seine Grundsätze hat er sicherlich nicht vergessen, so dass man ihm seine Geschichten und Persönlichkeit durchaus abkauft.
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